Unsere Vertrauenspersonen für den Einwohner:innen-Antrag
Die Verantwortlichen für den Einwohner:innenantrag
Im niedersächsischen Gesetz, das den Einwohner:innenantrag regelt (§ 31 NKomVG), spricht man von „vertretungsberechtigten Personen“. Sie sprechen offiziell für den Einwohner:innen-Antrag. Sie übergeben den Antrag, erklären das Anliegen und beantworten Fragen der Gemeinde. Sie achten darauf, dass der Wunsch der Einwohner:innen gut verstanden und fair behandelt wird.
Im Folgenden kannst du die vertretungsberechtigten Personen unseres Antrags kennenlernen.

Christina Zacharias
Kreissprecherin Die Linke Göttingen/Osterode
Ich bin Christina, im Kreissprecher:innenrat von Die Linke Göttingen, gelernte Krankenpflegerin und studiere heute Politikwissenschaft und Recht. Seit ich mich mit dem Thema Miete beschäftige, fällt mir auf, was passiert, wenn eine Stadt ihre Verantwortung abgibt: Gesundheit wird zu Profit, Menschen werden zu Kostenfaktoren, Wohnen zur Ware. Für mich ist klar: Eine sorgende Stadt stellt die Bedürfnisse der Menschen ins Zentrum – und Wohnen ist ein Menschenrecht, kein Spekulationsobjekt.
Es gibt genug Wohnraum, aber zu wenig bezahlbaren. Besonders Menschen mit Behinderung spüren die Härte dieses Systems: Barrierefreiheit wird zur Ausnahme, sichere Mieten zum Luxus. Auch die Mieten für Studierende befinden sich aktuell auf einem Rekordhoch und sind bundesweit erstmals durchschnittlich auf über 500 € angestiegen. Das ist kein Naturgesetz, sondern politisch gemacht.
Deshalb unterstütze ich den Einwohner:innen-Antrag. Wir brauchen eine Stadt, die schützt statt verdrängt, die Leerstand nicht duldet und soziale Verantwortung nicht auslagert. In die Kampagne bringe ich vor allem ein offenes Ohr für die Erfahrungen der Menschen ein – nicht im Sinne von Stellvertretung, sondern als gemeinsame Praxis.
Mir geht es darum, Räume zu schaffen, in denen Betroffene selbst sprechen, in denen wir uns gegenseitig stärken und zusammen den nötigen Druck für eine sorgende Stadt aufbauen.
Tammo Ober-Bloibaum
Kreissprecher Die Linke Göttingen/Osterode
Ich bin Tammo und vor einigen Jahren zum Studieren nach Göttingen gezogen. Schon in den ersten Semestern wurde deutlich, wie sehr die Wohnkosten hier das Leben bestimmen. Viele Beschäftigte geben mehr als die Hälfte ihres Nettoeinkommens für Miete aus, und wer sich das nicht leisten kann, pendelt täglich aus dem Umland, verliert Zeit, Geld und Lebensqualität. Studierende vor Ort kämpfen zusätzlich zu einem der höchsten Semesterbeiträge Deutschlands mit stetig steigenden Wohnkosten.
Ich möchte eine Stadt, in der gutes Leben nicht vom Kontostand abhängt. Eine Stadt, die anerkennt, dass bezahlbarer Wohnraum die Grundlage für Bildung, Arbeit und Teilhabe ist, und nicht nur ein Anlageobjekt. Göttingen könnte ein solcher Ort sein – wenn wir es politisch durchsetzen.
Wir brauchen endlich Klimaschutz, der niemanden mehr aus der Wohnung drängt. Energetische Sanierungen dürfen nicht zu Warmmieten führen, die Menschen aus ihren Vierteln vertreiben. Sozial gerechter Klimaschutz heißt: ökologisch umbauen, ohne die Kosten auf die Mieter:innen abzuwälzen.
Darum unterstütze ich den Einwohner:innen-Antrag: weil Wohnen bezahlbar sein muss und weil eine Stadt, die Menschen schützt, wichtiger ist als die Profite weniger.

Sabine Lösing
Europaabgeordnete a.D.
Ich setze mich dafür ein, dass unsere Kommune aktiv dazu beiträgt, die Mieten bezahlbar zu halten, weil Wohnen für mich kein Luxusgut ist, sondern ein grundlegendes Bedürfnis und ein Stück Würde.
Ich erlebe in meinem Umfeld – bei Familien, älteren Menschen, Alleinerziehenden und auch bei jungen Leuten – wie stark steigende Mieten das Leben einengen. Es geht längst nicht mehr nur um Komfort, sondern um existenzielle Fragen: Kann ich in meinem Stadtteil bleiben? Habe ich noch Geld für ein gutes Leben, für Kultur, für Gemeinschaft?
Eine Stadt lebt davon, dass Menschen unterschiedlichster Hintergründe hier Platz haben. Wenn sich aber nur noch wenige das Wohnen leisten können, verlieren wir genau diese Vielfalt, die unsere Gemeinschaft ausmacht. Dann wird aus einer lebendigen Stadt ein Ort, der ausschließt.
Mir ist wichtig, dass die Kommune Verantwortung übernimmt: durch kluge Wohnraumpolitik, durch Förderung von bezahlbarem Wohnraum und durch klare Regeln, die verhindern, dass Wohnen zum reinen Spekulationsobjekt wird.
Ich engagiere mich, weil ich möchte, dass unsere Stadt ein Ort bleibt, an dem Menschen nicht verdrängt werden, sondern bleiben können. Ein Ort, an dem Nachbarschaft, Sicherheit und Zugehörigkeit wachsen können – unabhängig vom Einkommen.
Für mich ist das keine abstrakte politische Frage, sondern eine ganz konkrete: Wie wollen wir miteinander leben?
Seite wurde am 16. Juni 2026 gedruckt. Die aktuelle Version gibt es unter https://mietennotstand-goettingen.de/vertrauenspersonen/.